Diamanten – ganz ohne Hochdruck


Von wegen Hochdruck-Kristalle: Diamanten können schon bei weit geringerem Druck entstehen als bislang gedacht, wie nun ein Fund auf Kuba belegt. Dort haben Forscher in ozeanischem Krustengestein Nanodiamanten entdeckt, die maximal 200 Megapascal Druck und 350 Grad Hitze ausgesetzt waren – weit weniger als nach gängiger Lehrmeinung für die Diamantbildung nötig. Offenbar ermöglichte eine stark reduzierende Umgebung die Entstehung dieser Kohlenstoffkristalle.

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Diese Nanodiamanten sind synthetisch erzeugt, aber in Kuba haben Forscher solche Kristalle entdeckt, die natürlich und unter Niederdruck-Bedingungen entstanden sind. ©D. Mukherjee /CC-by-sa 4.0

Normalerweise sind Diamanten ein Produkt der Extreme: Sie entstehen, wenn Kohlenstoff unter dem enormen Druck und der Hitze des Erdmantels zusammengepresst wird – meist geschieht dies in 150 bis 200 Kilometern Tiefe bei deutlich mehr als 1.000 Grad. Erst dann nimmt der Kohlenstoff die kompakte Gitterstruktur ein, die den Diamanten auszeichnet. Die edelsten und größten Diamanten haben sogar noch tiefere Wurzeln – sie stammen wahrscheinlich aus mehr als 660 Kilometer Tiefe.

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