Die Konsequenzen aus der türkischen Zahlenspielerei


Die tatsächlichen Corona-Zahlen in der Türkei liegen viel höher als die offiziellen. Berlin nimmt die Enthüllung „sehr ernst“, die Briten greifen hart durch.

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Nachdem die türkische Regierung einräumen musste, bei der Veröffentlichung der täglichen Corona-Zahlen zu schummeln, wird jetzt das tatsächliche Ausmaß der Pandemie im Land bekannt. Nach Angaben von Gesundheitsminister Fahrettin Koca liegt die Zahl der neuen Infektionen derzeit bei etwa 10.000 täglich – die offizielle Statistik registriert aber nur jene 1400 Patienten pro Tag, die medizinisch behandelt werden.

Wegen der hohen Zahlen hat Großbritannien die Türkei von der Liste sicherer Reiseländer gestrichen – tausende britische Urlauber, die derzeit in der Türkei sind, müssen nach ihrer Heimkehr in Quarantäne.

Das Auswärtige Amt in Berlin nimmt die Enthüllungen in der Türkei „sehr ernst“, hat die Reisehinweise für die Türkei bisher aber nicht verändert. Die Weltgesundheitsorganisation ruft die Türkei auf, die Corona-Zahlen nach den Standards der UN-Organisation zu veröffentlichen.

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