Radikale Geburtenkontrolle für Mücken


Eine Dreiviertelmilliarde genetisch veränderter Mücken soll 2021 in Florida ausgesetzt werden. Das Ziel: Das Gen, das sie einschleusen, soll die freilebenden Gelbfiebermücken drastisch reduzieren

Juliette Irmer | DERSTANDARD

Aedes aegypti heißt die Mücke, die Gelbfieber, Zika und das Denguefieber überträgt. Foto: Imago / Fotoarena / Cadu Rolim

Von jeher leiden die Einwohner des Sunshine State Florida unter lästigen Mücken. Im ganzjährig warmen und feuchten Klima vermehrt sich allerdings auch die aus den Tropen eingewanderte Gelbfiebermücke Aedes aegypti prächtig, die Viruserkrankungen wie Gelbfieber, Zika, Chikungunya und Denguefieber überträgt. Gegen diese mitunter tödlichen Infektionskrankheiten gibt es keine Medikamente, man kann nur versuchen, die Symptome zu lindern.

Um Krankheitsausbrüche zu verhindern, sprüht man in Florida seit Jahrzehnten regelmäßig Insektizide. Trotz dieser Maßnahmen kommt es immer wieder zu Übertragungen. „Weltweit nehmen die Resistenzen gegen Insektizide bei zahlreichen Mückenarten zu. Manche Arten sind mittlerweile multiresistent“, erklärt Marc Schetelig vom Institut für Insektenbiotechnologie der Universität Gießen. Hinzu kommen ökologische Bedenken, da der weitverbreitete Einsatz synthetischer Insektizide mit dem weltweiten Rückgang von Insekten in Verbindung gebracht wird.

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