Zur Entschädigung der Missbrauchsopfer nicht Geld der Gläubigen nehmen


Die Kirche will Opfern von sexuellem Missbrauch bis zu 50.000 Euro zahlen. Die dürften nicht aus der Kirchensteuer kommen, kommentiert Joachim Frank. Er hat andere Vorschläge. Und die betreffen auch die 69 Bischöfe.

Joachim Frank | katholisch.de

Die Zeit rennt. Kein Vierteljahr mehr, dann sollen Opfer sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche Zahlungen von bis zu 50.000 Euro erhalten. Auf die bundesweit einheitliche, in ihrer Höhe umstrittene Anhebung der Summen und deren Vergabe durch ein unabhängiges Gremium haben sich die Bischöfe auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda verständigt. 

Aber noch ist nicht klar, woher die 27 Bistümer das Geld nehmen wollen. Rein rechnerisch müssen sie knapp 184 Millionen Euro bereitstellen, gemessen an den 3677 Betroffenen, die in der MHG-Studie genannt sind. 

Zweierlei ist dafür jetzt wichtig: ein schnelles, entschiedenes Vorgehen und eine präzise Ansage zur Herkunft der Mittel. Eines sollte den Bischöfen inzwischen klar sein: Sie können die erforderlichen Summen für einen gemeinsamen Fonds schlechterdings nicht von der Kirchensteuer abzweigen.

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