OPCW ist angeblich bereit, Inspektoren nach Russland zu schicken


Noch steht das Ergebnis der von der Bundesregierung geforderten technischen Hilfe aus. Die OPCW hatte Körperproben von Nawalny entnommen und soll diese untersuchen, ob hier der Einsatz von Chemiewaffen vorliegt. Die Entscheidung ist politisch hoch gelagert worden. Falls die OPCW auch Nowitschok identifiert, seien Maßnahmen, einschließlich neue Sanktionen, gegen Russland angesagt, so die Bundesregierung.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Grafik: TP

Die OPCW hat inzwischen erst einmal auf die Einladung Moskaus am 1. Oktober reagiert, Experten nach Russland zu entsenden, um mit gemeinsam mit russischen Experten den Fall Nawalny zu untersuchen. Nach einer Mitteilung hat der OPCW-Direktor Fernando Arias auf die Einladung geantwortet und versichert, dass eine Expertengruppe nach Russland geschickt werden könnte.

Aber das ist ein Konjunktiv, denn Arias forderte von Russland weitere Erklärungen dafür, welche Expertenuntersuchungen Russland nach dem Chemiewaffenabkommen wünsche. Das ist natürlich scheinheilig, denn die OPCW ist eingeschaltet worden, um die Verwendung von Nowitschok beim Anschlag auf Nawalny zu bestätigen, während Moskau behauptet, dass die Analysen der Körperproben von Nawalny in Russland keinen Hinweis auf eine Vergiftung, also auch auf Nowitschok, ergeben hätten. Gleichwohl dankt die OPCW Russland für das Vertrauen in die Unabhängigkeit des Technischen Sekretariats der OPCW. Russische Staatsmedien geben sich euphorisch.

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