Biotech-Unternehmen Qiagen: Staatsgelder für Steuervermeider?


Der Bund und NRW geben Millionensummen an ein Unternehmen, das offenbar seine Gewinne in Steueroasen parkt. Nach Recherchen von WDR und SZ könnte Qiagen, ein Hersteller von Corona-Tests, millionenfach Steuern vermieden haben.

Petra Blum, Massimo Bognanni | tagesschau.de

Roland Sacker, Andreas Pinkwart, Karl-Josef Laumann, und Barthold Piening | Bildquelle: dpa

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart machte aus seiner Begeisterung keinen Hehl, als er vor wenigen Wochen mit seinem Amtskollegen für Gesundheit, Karl-Josef Laumann, die Produktion des Hildener Biotechunternehmens Qiagen besichtigte. Der Konzern sei eine echte Erfolgsgeschichte, lobte Pinkwart. Das Unternehmen zeige, „wie junge, engagierte Forscher ein innovatives Start-up gründeten, aus dem jetzt ein erfolgreicher, börsennotierter internationaler Konzern gewachsen ist.“

18,3 Millionen Euro aus der Staatskasse

Und die beiden Minister fanden nicht nur warme Worte. Sie sagten Qiagen auch 18,3 Millionen Euro staatliches Fördergeld zu. Das Unternehmen produziert wichtige Reagenzien, die für Covid-19-Tests dringend benötigt werden. Die Spezialisten forschen zudem an Corona-Schnelltests.

Qiagen beschäftigt weltweit rund 5000 Mitarbeiter, knapp ein Drittel arbeiten in dem Unternehmenssitz nahe Düsseldorf. Neben dem Land NRW hat auch das Bundesforschungsministerium Qiagen in den vergangenen Jahren für verschiedene Projekte mit rund zwei Millionen Euro aus der Staatskasse unterstützt.

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