Scharlach: Rückkehr durch „Superantigene“


Lange galt Scharlach als fast ausgestorben, doch jetzt ist die Infektionskrankheit zurück: In den letzten Jahren ist die Fallzahl um das Fünffache gestiegen. Eine Ursache dafür haben nun Forscher entdeckt: Der Erreger Streptococcus pyrogenes hat neue Gene von bakterienbefallenden Viren übernommen. Deren „Superantigene“ machen ihn toxischer, infektiöser und resistent gegen einige gängige Antibiotika, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

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Scharlach ist wider auf dem Vormarsch – verursacht von einer neuen Variante des Erregers Streptococcus pyrogenes. ©National Institutes of Health (NIH)

Bis zur Entdeckung des Penicillins und dem Siegeszug der Antibiotika war Scharlach eine weitverbreitete Kinderkrankheit. Die Infektion verursacht Fieber, Halsschmerzen und rote Hautausschläge, kann aber im seltenen Extremfall auch zu einer schweren systemischen Erkrankung, toxischem Schock und sogar dem Tod führen. Scharlach ist jedoch mit Antibiotika gut behandelbar und galt daher seit den 1940er Jahren fast als ausgestorben.

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