Kernfusion: Schneckenrennen um die Lösung aller Energieprobleme


Forscher träumen seit 100 Jahren von der endlosen grünen Energie. Im Milliardenpoker mischen nun auch immer mehr Start-ups mit. Das Klima muss vorher aber anders gerettet werden

Fabian Sommavilla | DERSTANDARD

Falls Sie noch nie die Kommentare unter einem Atomenergie-Artikel gelesen haben: Befürworter und Gegner schlagen sich dort verbal regelmäßig die Schädel ein. Vor- und Nachteile der Kernspaltung werden zerpflückt und gegeneinander aufgewogen. Fast jeder hat eine – meist durchaus festgefahrene – Meinung. Etwas anders ist es (noch) bei der Kernfusion, also der Verschmelzung von leichten Atomkernen.

Auch wenn daran gleich lange geforscht wird, haben sich die Lager noch nicht so recht herausgebildet. Noch läuft die Diskussion eher in Fachkreisen. Wenn es Kernfusion aber in Mainstream-Diskussionen schafft, gehen die Extreme fast noch ärger auseinander: von der unerschöpflichen, sauberen Energiequelle, die alle Versorgungsprobleme für alle Zeiten löst, bis hin zum größten Geldversenkungsprojekt der Geschichte ist fast alles dabei.

Worum geht es bei der Kernfusion? Im Grunde will man die Prozesse, die in der Sonne ablaufen und durch Licht und Wärme für Leben auf unserem Planeten sorgen, imitieren, sprich: Man will Wasserstoff in Helium umwandeln und die dabei entstehende Energie nutzen. Dass der Prozess auf der Erde nachahmbar ist, hat nicht zuletzt die Wasserstoffbombe bewiesen. Nun geht es aber darum, die letzten technischen Hürden zu überwinden, um die Fusion auch kontrolliert in Gang setzen und aufrechterhalten zu können.

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