Die Menschheit hat eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit des Überlebens


Statistische Berechnungen von Wissenschaftlern geben uns nur wenige Jahrzehnte bis zur Apokalypse der Menschheit

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mehr Wald als gedacht. Bild: bb

Wir tanzen auf dem Vulkan, die Apokalypse für die Menschen nähert sich, wenn wir so weitermachen. Das sagen nicht Anhänger von Extinction Rebellion (XR) oder Fridays for Future, sondern die Wissenschaftler Mauro Bologna vom Departamento de Ingeniería Eléctrica-Electrónica, Universidad de Tarapacá in Chile und Gerardo Aquino vom Alan Turing Institute in London in dem Beitrag Deforestation and world population sustainability: a quantitative analysis, der in den Scientific Reports von Nature erschienen ist. Sie haben von den vielen Faktoren, die das Klima beeinflussen, einen der wichtigsten untersucht, nämlich die Folgen der Entwaldung durch den Menschen. Vor der Entstehung der menschlichen Kulturen hat Wald 60 Millionen Quadratkilometer der Erdoberfläche bedeckt, jetzt seien es nur noch 40 Millionen – und der Wald schrumpft weiter.

Bäume lagern CO2 ein, produzieren Sauerstoff, sind wichtig für die Erhaltung der Böden und den Wasserzyklus: „Bäume und Wälder sind unsere besten Atmosphärensäuberer und es ist angesichts der entscheidenden Rolle, die sie im irdischen Ökosystem spielen, höchst unwahrscheinlich, sich das Überleben vieler Arten, unsere eingeschlossen, ohne sie auf der Erde vorzustellen“, schreiben die Autoren.

Von dieser Annahme ausgehend, haben sie die Interaktion zwischen Wäldern und Menschen im Hinblick auf das Überleben der Menschheit und die weitere technische Entwicklung statistisch untersucht, wenn die Entwaldung weiter so voranschreitet wie bisher. Und sie machen gleich zu Beginn klar, dass sie wenig optimistisch sind und einen „katastrophalen Zusammenbruch“ erwarten. Die Wahrscheinlichkeit des Überlebens verbinden sie mit der technischen Fähigkeit, die Energieressourcen des Sonnensystems ausbeuten und sich in ihm verbreiten zu können. Technischen Fortschritt könne man nach der Energiemenge beurteilen, die eine Zivilisation nutzen kann.

Jährlich werden von den Menschen durchschnittlich 200.000 Quadratkilometer entwaldet. Ginge es so weiter, gäbe es in 100 oder 200 Jahren keine Wälder mehr, allerdings unter der Annahme, dass die Entwaldung überall gleichmäßig vor sich geht. Die klimatischen Folgen wären allerdings schon weitaus früher spürbar, zumal wenn zentrale Wälder wie in Amazonien verschwinden, was sich gerade wieder beschleunigt hat. Mit zunehmender Erwärmung kann es auch zu mehr Waldbränden kommen wie etwa in Sibirien.

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