Pro-Life Bigotterie


Streng genommen geht die „Heilung“ des US-Präsidenten Donald Trump auf eine Abtreibung zurück. Zur Beurteilung der Antikörper wurde eine Zelllinie namens HEK 293T verwendet, die auf einer Abtreibung aus dem Jahre 1970 in den Niederlanden beruht. Soweit der Pharmakonzern Regeneron. Das hierfür notwendige Nierengewebe wurde also einem Fötus entnommen.

Die Medikamente, welche Trump verabreicht worden sind, stammen als nicht direkt von einem Fötus, für die Medikamenten-Entwicklung waren aber Zellen des Fötus erforderlich. Es geht also nicht nur darum auf die Heuchelei der Pro Life-Fundamentalisten hinzu weisen sondern, auf die möglichen lebensrettenden Folgen der Forschung unter Verwendung von Zellen, die durch Abtreibung gewonnen wurden.

Bei über 210.000 Corona-Toten von Pro-Life sprechen zu wollen ist purer Zynismus. Bibel-Fundamentalisten sorgen sich hier wie dort um das ungeborene Leben, geborenes Leben selbst ist unerheblich, kann entsorgt werden. Nun kann jeder seinen Glauben leben, ob nun liberal oder eben in strenger Auslegung von Schriften, die man gemeinhin auch als Märchen bezeichnen kann, es wird immer dann mehr als fragwürdig wenn man die eigenen Überzeugungen, hier religiös manifestiert, zur Maxime gesellschaftlichen Handelns erhebt und gesellschaftliche Allgemeingültigkeit postuliert. Die persönliche Entscheidung dem Fortschritt nicht für sich folgen zu wollen sollte nicht anderen zugemutet werden. Die Grenzen persönlicher Entscheidungen liegen dort, wo sie Gefahren für die Allgemeinheit herauf beschwören können. Priester, Pastoren, Pfaffen, Bischöfe bis hin zum Papst sind auf ihre Gefolgschaft reduziert, allen anderen haben sie nichts zu sagen. Fundamental grenzwertig wird es dann, wenn Politik sich willfährig der religiösen Geisterwelt unterwirft.

Moralisch fragwürdig wird es dann, wenn man die eigenen religiösen Maximen auf den Müllhaufen wirft, weil wissenschaftlicher Fortschritt das eigene Leben sichert. Es wäre überzeugend diese Maximen konsequent zu leben, auch auf die Option hin sterben zu können. Religiöse Überzeugungen sind, wenn es zur letzten Entscheidung kommt, beliebig.