Forscher wollen Genome aller Lebewesen Europas sequenzieren


1995 sequenzierte ein Team um die US-amerikanischen Mikrobiologen Craig Venter und Hamilton O. Smith erstmals das Genom eines Lebewesens, des Bakteriums Haemophilus influenzae. Drei Jahre später gelang das selbe beim ersten mehrzelligen Organismus, dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans.

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In den über zwei Jahrzehnten seit diesen historischen Durchbrüchen hat die DNA-Sequenzierung bedeutende Fortschritte gemacht. Im Jahr 2000 gaben Venter und Francis Collins die Entschlüsselung des menschlichen Genoms bekannt, jene des Schimpansen folgte fünf Jahre später.

Mittlerweile geht die Zahl der teilweise oder vollständig sequenzierten Genome in die Tausende, doch es gibt auf diesem Gebiet noch immer enorm viel zu tun: Wissenschafter von 39 Institutionen aus 17 EU-Ländern plädieren nun für die Entschlüsselung des Erbguts aller Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in Europa. Sie fordern die Europäische Kommission auf, diese Arbeit als Teil der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 im kommenden Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ zu unterstützen. Die Erweiterung des Wissens über die biologische Vielfalt sei für den Artenschutz „unerlässlich“.

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