Schluss mit der Patientenübergabe im Niemandsland


Medizinische Nachbarschaftshilfe gilt mit polnischen Kollegen nur bis zur Grenze. Dort müssen Verletzte oder Erkrankte unter freiem Himmel umgeladen werden. Das soll sich ändern.

Oliver Bilger | DER TAGESSPIEGEL

Die Schlagbäume sind längst abgebaut. Ländergrenzen spielen im geeinten Europa schließlich kaum mehr eine Rolle, auch hier nicht, zwischen Ahlbeck und Swinemünde auf der Insel Usedom. Nur wenn einem Deutschen oder Polen im jeweils anderen Land etwas zustößt, wird die Grenze plötzlich wieder offenbar.

Zum Beispiel, wenn eine deutsche Besucherin im Hotel in Swinemünde in der Dusche ausrutscht. Oder wenn ein Urlauber auf dem Radweg an der Küste stürzt. Polnische Sanitäter leisten erste Hilfe, aber sofern es die Verletzungen zulassen, wollen viele Patienten zur weiteren Versorgung zurück auf die deutsche Seite.

Die Rettungskräfte fahren dann bis zum ehemaligen Übergang, halten hinter den Grenzpfeilern an der Swinemünder Chaussee, wo ihre deutschen Kollegen im Rettungswagen warten. 

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