Sternentod am Schwarzen Loch


Die supermassereichen Schwarzen Löcher im Herzen von Galaxien entfalten eine ungeheure Schwerkraftwirkung. Was passiert, wenn ein Stern einem solchen Schwarzen Loch zu nahe kommt, haben nun Astronomen so detailreich wie nie zuvor beobachtet. Sie konnten zusehen, wie ein sonnenähnlicher Stern von der Gravitation eines eine Million Sonnenmassen umfassenden Schwarzen Lochs zerrissen und in feine Materieströme auseinandergezogen wurde. Rund die Hälfte des Sterns wurde dann vom Schwarzen Loch eingesogen, was starke Strahlenausbrüche zur Folge hatte.

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(Bild: ESO/M. Kornmesser)

Künstlerische Darstellung eines Sterns, der durch die Gezeitenwirkung eines supermassereichen Schwarzen Lochs zerrissen wird.

Im Zentrum der meisten Galaxien sitzt ein supermassereiches Schwarzes Loch – auch im Herzen unserer Milchstraße. Gerade erst haben zwei Astronomenteams für dessen Nachweis den Nobelpreis für Physik erhalten. Während jedoch „unser“ Schwarzes Loch eher inaktiv ist, machen sich andere durch starke Strahlenausbrüche bemerkbar. Diese treten auf, wenn das Schwarze Loch Materie in Form von Gasen oder auch ganzen Sternen einsaugt. „Wenn ein glückloser Stern zu nahe an ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie wandert, zerreißt die extreme Anziehungskraft des Schwarzen Lochs den Stern in dünne Fäden aus Materie“, erklärt Co-Autor Thomas Wevers von der University of Cambridge. Der Stern wird gewissermaßen „spaghettisiert“. Wenn dabei einige der dünnen Stränge des Sternmaterials in das Schwarze Loch gezogen werden, wird ein starker Energieschub freigesetzt, der mittels Teleskopen nachgewiesen werden kann. Astronomen bezeichnen ein solches Ereignis als Tidal Disruption Event – ein von den am Schwarzen Loch herrschenden Gezeitenkräften verursachtes Zerreiß-Ereignis.

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