Querdenker bauen ihr Berliner Zeltlager ab


Das Camp von Querdenken im Tiergarten wird freiwillig geräumt. Der frustrierte Initiator sagt, es herrsche „einfach Chaos“. Und kritisiert Mistreiter.

Sebastian Leber | DER TAGESSPIEGEL

Foto: DPA

Querdenken-Demonstranten in Bewegung.

Es sollte ein Protestcamp für Zehntausende werden, um endlich die Bundesregierung zu stürzen – nun geben die letzten Aktivisten wegen Erfolglosigkeit auf: Am Dienstag hat der Initiator des Querdenken-Zeltlagers im Tiergarten den Abbau des gesamten Camps verkündet. Es mache „keinen Sinn“ mehr, erklärte Dirk Scheller am Dienstag seinen Mitstreitern online. Der politische Effekt des Camps sei „gleich null“, vor Ort herrsche „einfach Chaos“.

Schuld daran hätten die übrigen Aktivisten: „Mit den Leuten, die da sind, erreiche ich sicher nichts, im Gegenteil.“ Von den verbliebenen 20 Zelten im Tiergarten sei ein Drittel gar nicht mehr bewohnt: „Keine Ahnung, wem die gehören.“ Zudem kritisierte Dirk Scheller „Leute, die das Camp für ihre Zwecke ausnutzen“, es seien „bestimmt auch schon wieder Obdachlose dabei.“

In den vergangenen Wochen hatten Ämter und Politiker erfolglos versucht, das Camp zu untersagen. Zum endgültigen Aus dürften nun diverse Rechnungen beigetragen haben, die Scheller nach eigenen Angaben „von der Justiz“ erhalten haben will: „Ich bin jetzt auch finanziell am Ende. Vielleicht muss ich wieder zurück ins Hamsterrad und arbeiten gehen.“

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