Schwachsinn: Isidor oder Carlo Acutis: Wer wird Internet-Patron – und wie?


Immer noch hat das Internet keinen Schutzpatron – dabei gibt es Kandidaten. Erst am Sonntag kam mit dem seligen Carlo Acutis einer dazu, der schon den Beinamen „Cyber-Apostel“ trägt. Doch wie legt die Kirche eigentlich fest, für was Heilige zuständig sind? Und was bedeutet das?

Felix Neumann | katholisch.de

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Erst am Sonntag kam mit dem seligen Carlo Acutis einer dazu, der schon den Beinamen „Cyber-Apostel“ trägt.

Cyber-Apostel, Geek Gottes, Patron des Internets: Carlo Acutis hatte schon viele Beinamen, ehe er am Sonntag in Assisi seliggesprochen wurde. Der mit 15 Jahren gestorbene Italiener, der während seines kurzen Lebens durch seine eucharistische Frömmigkeit aufgefallen ist, wird als einer der möglichen Schutzpatrone des Internets gehandelt – schließlich ist er der erste und einzige zur Ehre der Altäre erhobene Mensch, von dem selbst geschriebener Computercode überliefert ist: Die von ihm gestaltete Webseite über eucharistische Wunder ist immer noch online.

Mit der Seligsprechung gestattet die Kirche seine Verehrung. Bestimmte Zuständigkeiten legt sie damit noch nicht fest. In seiner Predigt würdigte Kardinal Agostino Vallini Acutis zwar als vorbildlich in seiner Nutzung des Netzes: „Carlo hat das Internet im Dienst des Evangeliums genutzt, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen“, so der emeritierte Kardinalvikar des Bistums Rom. Einen offiziellen Schutzpatron hat das Internet aber mit der Seligsprechung noch nicht – und dabei wäre Carlo Acutis auch nur einer von mehreren Kandidaten: Insbesondere der heilige Isidor von Sevilla kann schon einen deutlich älteren Anspruch auf das Internet-Patronat erheben, ohne jedoch je offiziell dazu ernannt worden zu sein.

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