Von Wespengift inspirierter Bakterienkiller


Hoffnung im Kampf gegen antibiotikaresistente Keime: Forscher haben aus einem Bestandteil von Wespengift einen Wirkstoff hergestellt, der in Tierversuchen bakterielle Infektionen bekämpfen konnte. Es ist ihnen gelungen, die für den Menschen problematischen Aspekte der toxischen Substanz zu eliminieren und gleichzeitig ihre Schlagkraft gegenüber Bakterien zu erhöhen. Der Kandidat für die Entwicklung neuer Antibiotika wirkt dabei, indem er die Hüllen der Mikroben aufbricht sowie Immunzellen zum Kampf gegen die Erreger herbeiruft, berichten die Forscher.

wissenschaft.de

(Bild: stockfotocz/iStock)

Im Gift des Stachels einer Wespenart steckt eine Substanz, die Forschern als Grundlage für die Entwicklung eines Antibiotika-Kandidaten gedient hat..

„Sie haben sich mit einem multiresistenten Keim infiziert“, lautet immer häufiger eine gefürchtete Diagnose. Viele bakterielle Krankheitserreger lassen sich durch die gängigen Antibiotika nicht mehr abtöten, denn sie haben genetische Merkmale entwickelt, die sie vor der Wirkung dieser Substanzen schützen. Besonders berüchtigt ist in diesem Zusammenhang etwa der sogenannte Krankenhauskeim MRSA – ein multiresistenter Stamm des Bakteriums Staphylococcus aureus. Wenn kein Antibiotikum mehr anschlägt, kann eine Infektion mit diesem Keim zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen – einer Sepsis. Dabei handelt es sich um ein gewaltiges Problem in der Medizin: Schätzungen zufolge ist weltweit etwa jeder fünfte Todesfall auf solche unkontrollierten und körperweiten Infektionen zurückzuführen.

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