Bayern startet Pilotprojekt zur Drohnenabwehr über Gefängnissen


Um mögliche Beobachtungen und Schmuggeleien mittels Drohnen über Gefängnissen entgegenzuwirken, heißt Bayerns Strategie: Abschießen mit Netzpistolen.

Wilhelm Drehling | heise online

Bayerns Gefängnisse wappnen sich gegen Drohnen. Landesjustizminister Georg Eisenreich (CSU) gab am Mittwoch in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim den Startschuss für ein Pilotprojekt zur Drohnenabwehr. Acht Justizvollzugsanstalten (JVA) im Freistaat testen demnach ein System zum Abschießen der kleinen, unerwünschten Flugobjekte.

Seit 2015 seien auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe von bayerischen Gefängnissen 57 Drohnen gesichtet worden, die letzte davon am Vortag in Stadelheim, sagte Eisenreich. Zweimal sei tatsächlich versucht worden, mit den Drohnen etwas in ein bayerisches Gefängnis zu schmuggeln: einmal ein Handy, einmal Drogen. „Bislang gab es noch keinen Fall, dass erfolgreich etwas eingeschmuggelt wurde“, betont der Minister.

Damit das so bleibt, hat Bayern sich 15 Netzpistolen zugelegt, die nun neben der Münchner JVA auch noch in Amberg, Kaisheim, Landshut am Lech, Nürnberg, Regensburg, Straubing und Würzburg im Rahmen eines Pilotprojektes getestet werden sollen. Nach Ministeriumsangaben ist Bayern damit das erste deutsche Bundesland, das Drohnen über Gefängnissen systematisch abschießen will. Kostenpunkt: rund 5000 Euro pro Ausrüstung, insgesamt also 75.000 Euro reine Materialkosten.

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