Mit brachialen Methoden realisieren Forscher den weltweit ersten Supraleiter bei Raumtemperatur


Stromfluss ohne Widerstand? Diesen Effekt gab es lange nur bei eisigen Temperaturen. Nun funktioniert er auch bei Zimmertemperatur. Anwendungen sind allerdings noch fern.

Janosch Deeg | Neue Zürcher Zeitung

Adam Fenster

Labor zum Nachweis der Supraleitfähigkeit von Materialien.

In Supraleitern haben Elektronen freie Fahrt: Unermüdlich flitzen die Ladungsträger durch das Material, ohne wie in herkömmlichen Leitern von Atomrümpfen ausgebremst zu werden und Energie zu verlieren. Solche Leiter hätten das Potenzial, die Energiewirtschaft und die Elektrotechnik zu revolutionieren.

Daher ist die Supraleitung seit ihrer Entdeckung vor mehr als hundert Jahren eine heisse Geschichte – wäre da nicht die Kälte: Nur im Keller der Temperaturskala, meist deutlich unter minus 200 Grad Celsius, funktionierte der widerstandsfreie Stromfluss bisher zuverlässig. Die dazu notwendige Kühltechnik ist jedoch alles andere als alltagstauglich. Aus diesem Grund fahnden Wissenschafter schon viele Jahrzehnte fieberhaft nach Materialien, die auch bei höheren Temperaturen – idealerweise Raumtemperatur – den Elektronen freie Fahrt gewähren.

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