„Der Goldene Aluhut“: „Quer­denker“ ver­langen Nega­tiv­preis


Eigentlich will den Negativpreis „Goldener Aluhut“ niemand haben. Michael Ballweg und seine Corona-Leugner von „Querdenken 711“ aber waren nominiert und wurden dann disqualifiziert. Nun drohen sie mit Klage. Popcorn, findet Simon Gauseweg.

Simone Gauseweg | Legal Tribune Online

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Sachelle Babbar

…dass eine Reihe erstplatzierter Nominierter, darunter Querdenken 711 (in Kategorie Politik) und dessen Kopf Michael Ballweg (in der Kategorie Verschwörungstheorien allgemein) disqualifiziert würden.

Das Internet ist ein seltsamer Ort. Einerseits war noch nie in der Menschheitsgeschichte so viel Wissen so vielen Menschen so einfach zugänglich. Andererseits gilt das auch für den hanebüchensten Unsinn. Nachrichten, Online-Enzyklopädien und wissenschaftliche Publikationen sind stets nur wenige Klicks entfernt. Genauso nah sind aber auch die neuesten „Beweise“, dass die Erde flach, Gravitation eine Lüge, Einläufe mit Chlorbleiche heilsam oder ein Kondensstreifen am Himmel in Wahrheit eine Kriegslist reptiloider Satanisten mit Hang zur Weltherrschaft sei. Es gibt Menschen, die glauben das wirklich. Und es scheint, als würden sie mehr.

Man kann über solche Entwicklungen die Stirn runzeln, sich sorgen, es ignorieren – oder herzhaft darüber lachen. Die Organisation „Der Goldene Aluhu““ hat sich für Letzteres entschieden. Seit 2014 betreiben Aktivisten unter diesem Namen Social-Media-Kanäle und klären augenzwinkernd über Verschwörungsideologien und Parawissenschaften, aber auch über Sekten und andere extremistische Strukturen auf. 2016 gründeten sie eine als gemeinnützig anerkannte Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), die seither Bildungsarbeit betreibt, Angehörige von Verschwörungsgläubigen berät und den seit 2015 bestehenden gleichnamigen Negativpreis verleiht.

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