Frau den Handschlag verweigert: Arzt darf kein Deutscher werden


Er habe seiner Ehefrau versprochen, keiner anderen Frau die Hand zu geben, sagte der Mann laut Gericht. Daraufhin wurde seine Einbürgerung abgelehnt. Zu Recht, entschied jetzt ein Gericht.

Berliner Zeitung

Ein libanesischer Oberarzt wird nicht eingebürgert, weil er Frauen den Handschlag verweigert. Das entschied der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim am Freitag. Da der einbürgerungswillige Bewerber das Händeschütteln „infolge einer fundamentalistischen Kultur- und Wertevorstellung“ ablehne, sei „seine Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse nicht gewährleistet“, begründete das Gericht die Entscheidung (Aktenzeichen 12 S 629/19).

Der 40-jährige Libanese, der seit 2002 in Deutschland lebt, hatte gegen die Ablehnung seiner Einbürgerung geklagt. Der Mann studierte in der Bundesrepublik Medizin. Mittlerweile ist er Oberarzt an einer Klinik. 2012 bestand er zwar den Einbürgerungstest. Er weigerte sich aber, der zuständigen Sachbearbeiterin die Hand zu geben, als diese ihm die Urkunde aushändigen wollte.

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