Wer jetzt noch vor Corona-Alarmismus warnt, hat nichts verstanden


Otto Wöhrbach | DER TAGESSPIEGEL

Wie sich die Zahl der Neuinfektionen jetzt verändert, ist entscheidend. Geht es weiter wie bisher, stünden wir Weihnachten bei 300.000 neuen Fällen pro Tag.

„Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus.“ So äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen kürzlich in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Doch niemand starrt auf die Neuinfektionen.

Wenn überhaupt auf irgendetwas „gestarrt“ wird, dann auf die Veränderungen der Neuinfektionszahl.

Und wer angesichts des Verlaufs und der Geschwindigkeit dieser Veränderung in den vergangenen Tagen nicht zumindest ins Nachdenken, wenn schon nicht in Besorgnis geraten ist, hat offenbar im Mathematikunterricht beim Thema Exponentialfunktion nicht aufgepasst. Das kann schlimme Folgen haben, denn so realitätsfern ist die Mathematik mit ihrer Beschreibung von Phänomenen exponentiellen Wachstums eben doch nicht.

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