Kinderpornografie: Immer mehr Ermittlungen gegen Jugendliche

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Unter den Verbreitern von Kinderpornografie finden sich immer häufiger Kinder und Jugendliche. Aber sind das wirklich Täter im klassischen Sinn?

Britta Schultejans | heise online

Penisbilder von Klassenkameraden, Nacktvideos von Mitschülerinnen: Immer mehr Kinder und Jugendliche geraten wegen der Verbreitung von Kinderpornografie ins Visier der Ermittler. „Im letzten Jahr ging das durch die Decke“, sagt Johannes Luff, Sachgebietsleiter der Kriminologischen Forschungsgruppe des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA), der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. Gerade hat seine Forschungsgruppe eine Studie zum Thema veröffentlicht. Der Titel: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren stieg seinen Angaben zufolge deutschlandweit um rund 125 Prozent auf 7584. 2018 waren es noch 3316 registrierte Tatverdächtige. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr“, sagt Luff. „Bei den Zehnjährigen beginnt es bereits.“ Die Dunkelziffer dürfte noch sehr viel höher liegen. „Meist sind es Zufallsfunde“, so Luff. Wenn Ermittler beispielsweise wegen eines Drogendeliktes Handys von Jugendlichen konfiszieren, finden sie dabei inzwischen immer häufiger Pornobilder und Nacktfotos.

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