Müllhalde Weltraum – wie nachhaltig ist Satellitenkommunikation?


Der Weltraum vermüllt zusehends. Weltraumschrott bedroht unter anderem Satelliten zur Wetterbeobachtung und Klimaforschung – mit gravierenden Folgen.

Hans-Arthur Marsiske | heise online

(Bild: sdecoret/Shutterstock.com)

Ein Mann sägt an einem Ast, auf dem er gerade selbst sitzt – schon vor Jahrhunderten erheiterten Bänkelsänger ihr Publikum mit diesem Bild.

Ein Mann sägt an einem Ast, auf dem er gerade selbst sitzt – schon vor Jahrhunderten erheiterten Bänkelsänger ihr Publikum mit diesem Bild. Die damit beschriebene Dummheit hat sich dennoch bis heute erhalten. Ein eindringliches Beispiel dafür lieferte in jüngerer Zeit die US-Firma Swarm Technologies, die ein satellitengestütztes globales Kommunikationsnetzwerk für das Internet der Dinge aufbauen will.

Als sie am 12. Januar 2018 an Bord einer indischen PSLV-Rakete ihre ersten vier Satelliten in den Orbit brachte, geschah das trotz des ausdrücklichen Verbots der US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission). Damit hat Swarm den ersten unautorisierten Start eines kommerziellen Satelliten überhaupt zu verantworten – und hat dem Ast, der nicht nur die Firma, sondern eine ganze Branche tragen soll, zum Auftakt erst einmal einen kräftigen Hieb mit der Axt versetzt.

Die FCC hatte die Genehmigung verweigert, weil die Satelliten mit ihrer Größe von etwa 10 x 10 x 2,8 Zentimetern (entsprechend etwa ¼ U, der Standardgröße von 10x10x10 cm für Cubesats) zu klein waren, um sie kontinuierlich verfolgen zu können. Damit, so die FCC, sei es nicht möglich, andere Satellitenbetreiber vor möglichen Kollisionen zu warnen. Der Start der „Spacebee“ genannten Satelliten durch Swarm Technologies sei daher „nicht im öffentlichen Interesse“.

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