Globuli und Chlorbleiche: Das gefährliche Geschäft mit der Alternativmedizin


Alternativmedizin hat den Ruf, besonders sanft zu sein. Dabei können manche Methoden lebensgefährlich sein, berichtet die Investigativ-Reporterin Beate Frenkel. Konsequenzen hätten die angeblichen Wunderheiler aber kaum zu befürchten.

Beate Frenkel im Gespräch mit Christian Rabhansl | Deutschlandfunk Kultur

Naturheilmittel und „sanfte Medizin“ genießen ein hohes Vertrauen bei ihren Patienten. Die Investigativ-Journalistin Beate Frenkel hat in der Szene der „Alternativmedizin“ recherchiert und unseriöse Praktiken aufgedeckt: Promovierte Mediziner, die mit überteuerten Kräuterpillen schwerste Krankheiten zu heilen vorgeben. Ärzte mit Kassenzulassung, die von Impfungen abraten und sogar gefälschte Bescheinigungen ausstellen. Heilpraktiker, die regelmäßige Einläufe mit Chlorbleiche empfehlen. Selbsternannte Schamanen, die telefonisch gesundbeten.

„Das kann lebensgefährliche Folgen haben“

Ein angebliches Wundermittel sei Chlorbleiche, das seit Jahren angepriesen werde, sagt Frenkel: „Das hilft angeblich nicht nur gegen Covid-19, sondern ist eine Art Allzweckwaffe auch zum Beispiel gegen Krebs, gegen Alzheimer oder gegen Autismus.“ Das Bundesinstitut für Arzneimittel dagegen warne: „Das kann Verätzungen mit sich bringen. Das kann lebensgefährliche Folgen haben, wenn man das einführt. Das verätzt die Schleimhäute, wenn man viel davon zu sich nimmt oder wenn man es als Einlauf bekommt.“ Trotzdem werde das beispielsweise bei frühkindlichem Autismus angewandt. „Man möchte sich eigentlich nicht vorstellen, was bei einem Kind da alles passieren kann, wenn ihm das regelmäßig verabreicht wird.“

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