Supernova erst in 100.000 Jahren: Beteigeuze ist uns näher als angenommen

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Der markante Stern Beteigeuze ist uns wohl näher, als bislang gedacht. Außerdem steht auch sein Ende wohl nicht direkt bevor.

Martin Holland | heise online

Bild: ALMA (ESO(NAOJ/NRAO)/E. O’Gorman/P. Kervella

Beteigeuze ist einer der wenigen Sterne, von denen Astronomen mehr als nur einen Punkt auflösen können.

Der in diesem Jahr besonders aufmerksam beobachtete Stern Beteigeuze hat wohl doch noch etwas mehr Zeit bis zu seiner finalen Explosion und ist der Erde außerdem deutlich näher als gedacht. Zu diesem Schluss ist ein internationales Team von Astronominnen und Astronomen gekommen, die aktuelle Beobachtungsdaten und mehrere Modellierungen zu dem markanten Stern ausgewertet haben. Das Ende von Beteigeuze in einer gigantischen Supernova könnte demnach noch weitere 100.000 Jahre auf sich warten lassen. Außerdem sei er lediglich rund 530 Lichtjahre entfernt und uns damit fast 25 Prozent näher als angenommen.

Beteigeuze ist der Schulterstern des Sternbilds Orion und gehört eigentlich zu den hellsten am Nachthimmel. Zum Jahreswechsel war er in dieser Rangliste aber deutlich abgerutscht und einige Astronomen hatten darauf hingewiesen, dass es sich um einen „Roten Überriesen“ handelt, der am Ende seines Sternenlebens angekommen ist. Danach war teilweise über eine bevorstehende Supernova spekuliert worden, obwohl sich diese Prognose auf astronomische Zeiträume bezog. Das Team um Meridith Joyce von der Australian National University hat das nun bestätigt. Da Beteigeuze aktuell in seinem Kern Helium verbrenne, sei sein Ende überhaupt nicht nahe: „Wir könnten noch 100.000 Jahre haben, bis sich eine Explosion ereignet.“

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