Stilkritik: Inri – Geist ist geil


Ein schwäbischer Investor möchte mit der Inri-Aufschrift auf Jesu Kreuz Geld verdienen. Er hat sich die Abkürzung sogar markenrechtlich schützen lassen. Immerhin sei er katholisch.

Martin Zips | Süddeutsche Zeitung

Ein bisschen verwunderlich, dass sich der Unternehmer L. nicht gleich den Terminus „Gott“ als EU-weite Marke schützen ließ. Wenigstens „Jesus“ oder „Heiland“ müssten doch möglich gewesen sein. Dann hätte er auch damit seine in Bangladesch billig produzierten T-Shirts bedrucken können. Aber so ist es zunächst „INRI“, welches sich der Immobilienspekulant aus Aichach für Lederwaren, Textilien, Kosmetika und Getränke merchandisemäßig reservieren ließ. So hat er es gerade diversen Medien erzählt.

L. hatte kürzlich festgestellt, dass die Kreuzesinschrift, mit der die Römer den „König der Juden“ (Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum, also: INRI) verspotteten, seit 2000 Jahren markenrechtlich nicht geschützt ist. Da hat er aber sofort zugelangt. Und nun lässt L. T-Shirts mit dem INRI-Schriftzug plus einem bärtigen Jesus drauf produzieren. Sowie des Heilands letzte Worte: „Es ist vollbracht“.

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