Deutsche Rüstung für den Diktator


Ägypten ist Deutschlands wichtigster Kunde bei Rüstungsgütern – trotz der verheerenden Menschenrechtslage. Die Bundesregierung argumentiert mit regionaler Stabilität und der Chance auf Einflussnahme. Geht die Rechnung auf?

Martin Durm | tagesschau.de

Bildquelle: dpa

Besatzungsmitglieder stehen auf der Werft von ThyssenKrupp Marine Systems bei der Übergabe eines neuen U-Bootes an die Marine der Arabischen Republik Ägypten auf dem Boot „S-41“.

Ägyptens Machthaber Abdel Fatah al-Sisi reist fast jedes Jahr nach Berlin. Kommt es zum Treffen mit Angela Merkel, lässt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes üblicherweise verlauten, die Menschenrechtslage in Ägypten sei noch „verbesserungswürdig“. Das stört aber nicht weiter. Zuletzt, im Herbst 2019, lobte die Kanzlerin die „sehr engen vielschichtigen Beziehungen im Kultur -und Bildungsbereich“.

Sehr eng und vielschichtig sind die Beziehungen auch im Rüstungsbereich. Deutschland lieferte dem Militärregime vier U-Boote der HDW-Klasse 209, die der Industriekonzern Thyssenkrupp in Kiel baute. Standardmäßig sind die U-Boote 62 Meter lang und mit 14 Torpedos bewaffnet.

Großkunde Kairo

Das erste U-Bot, die „S 41“, übernahm die ägyptische Marine bereits im Dezember 2016. Das vierte, die „S44“, lief am 29. September auf der Thyssenkrupp-Werft vom Stapel. Vizeadmiral Khaled Hassan Khaled Said war eigens angereist, um es mit einer Flasche Nilwasser zu taufen. Auf Hochtouren läuft auch die Produktion von drei Fregatten der Klasse Meko A200 in Bremerhaven.

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