In Frankreich brechen alte Wunden wieder auf


Das Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Frankreich ist brüchig. Das zeigt sich nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty.

Albrecht Meier | DER TAGESSPIEGEL

Foto: AFP

Anwohner legen an der Schule von Conflans-Sainte-Honorine, wo Samuel Paty unterrichtete, Blumen nieder.

Auch fünf Tage nach der Enthauptung des Geschichtslehrers Samuel Paty kennt Frankreich kaum ein anderes Thema: die Terrorbedrohung und der Einfluss des Islamismus in der Institution der Schule, die im Nachbarland als einer der Grundpfeiler der Republik gilt. Der mutmaßlich islamistische Anschlag auf den 47-jährigen Paty hat das andere große Thema – den vor einer Woche wegen der Pandemie verhängten Gesundheitsnotstand – völlig in den Hintergrund gedrängt.  

In einer Hommage an Paty erklärte Brigitte Macron, was den Beruf der Lehrerin und des Lehrers ausmache. Nach den Worten der Frau des Staatschefs gehe es für alle, die vor Schulklassen stehen, darum, für die Schüler „die Türen zu öffnen“. Lehrer müssten den „kritischen Geist“ der Schüler entwickeln, schrieb die „Première Dame“, die selber Französisch und Latein unterrichtet hatte. 

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