Vertuschung sexualisierter Gewalt: Druck auf Erzbischof wächst


Hamburgs katholischer Erzischof Heße versichert, er wolle vollständig aufklären, ob und was er mit der Vertuschung von Missbrauch zu tun hatte.

Gernot Knödler | taz

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Kardinal Woelki (r.) klärt auf, Erzbischof Heße wird aufgeklärt

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche bringt Hamburgs Erzbischof Stefan Heße in Schwierigkeiten. Der taz hat der Würdenträger jetzt die Existenz einer Gesprächsnotiz bestätigt, in der ein Fall von sexualisierter Gewalt unter den Teppich gekehrt wird. Auf der Zusammenfassung eines Telefonats findet sich Heßes Namenskürzel.

Die Notiz tauchte im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu sexualisierter Gewalt in der Kirche auf, die der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bei einer Münchner Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben hat und die ursprünglich im März hätte veröffentlicht werden sollen.

Demnach hat sich im Jahr 2010 ein heute 69-jähriger Priester im Kölner Erzbistum an seine Vorgensetzen gewandt. Er gestand, 1995 zwei Nichten sexuell misshandelt zu haben. Stefan Heße war zur Zeit des Geständnisses Personalverantwortlicher in Köln.

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