Militärrabbiner bei der Bundeswehr: Mehr Rabbiner als Soldaten?


2021 treten die ersten Militärrabbiner ihren Dienst an. Für die Verteidigungsministerin gute PR – nur die jüdischen Soldaten hat niemand gefragt.

Kersten Augustin, Yossi Bartal | taz

Foto: Soeren Stache/dpa

Bald Standard bei der Bundeswehr: ein Rabbiner für fünf jüdische Soldaten, hier in Berlin-Weißensee

Es war eine feierliche Zeremonie: Am 20. Dezember vergangenen Jahres, kurz vor Beginn des Chanukka-Festes, unterzeichneten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, einen Vertrag. „Ein historischer Tag“, sagte Schuster, und die Ministerin pflichtete ihm bei: „Ein großer Tag, auf den wir gemeinsam stolz sein können.“ Nach 100 Jahren soll es in der deutschen Armee endlich wieder Rabbiner geben. „Die Militärrabbiner werden eine wichtige Stütze für die jüdischen Soldaten sein“, sagte Schuster bei der Unterzeichnung.

Anfang kommenden Jahres sollen die ersten Militärseelsorger ihren Dienst bei der Bundeswehr antreten. Geplant sind zehn Rabbiner, dazu kommen Büros und weiteres Personal. Der Gesetzentwurf sieht 48 Dienstposten für das Militärrabbinat vor und beziffert die jährlichen Gesamtkosten auf rund 4,67 Millionen Euro.

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