Neues vom Skandal um Pell und Becciu: „House of Cards“ im Vatikan?


Das nächste Kapitel im vatikanischen Finanzkrimi: Hat der geschasste Kardinal Becciu Zeugen bestochen, die in einem Missbrauchsskandal gegen seinen Widersacher Pell aussagten? Der Vorwurf liest sich wie Fiktion, ist aber knallharte Realität.

DOMRADIO.DE

Die Vergleiche zu Spionagefilmen oder Nexflix-Thrillern à la „House of Cards“ und „The Young Pope“ werden in den vergangenen Wochen so häufig herbeigezogen, dass sie fast schon wieder ermüdend wirken. Schaut man sich die Vorwürfe an, die im Moment in der katholische Welt kursieren, gibt es aber auch kaum treffenderere Vergleiche als eine Crime-Fiktion.

Die Vorgeschichte

Eines Septemberabends meldet der Vatikan überraschend, dass der Präfekt der Heiligsprechungskongregation (und Substitut im vatikanischen Staatssekretariat) Angelo Giuseppe Kardinal Becciu nicht nur von seinen Ämtern zurücktritt, sondern auch seinen Kardinalstitel ruhen lässt. Ein vor dem Pontifikat von Franziskus quasi ungekannter Vorgang im Vatikan. Schnell kamen die Fragen auf: Was steckt dahinter?

Der Vatikan selber gab keine Gründe an. Italienische Medien sprachen nicht nur von spekulativen Finanzgeschäften in dreistelliger Millionenhöhe, sondern auch von persönlicher Bereicherung. Becciu soll Familienmitgliedern Geld aus Vatikantöpfen zukommen haben lassen. Nach italienischen Medienberichten vom Freitag ermittelt deshalb jetzt auch die italienische Staatsanwaltschaft gegen ihn.

weiterlesen