Atomunfall oder Blackout? Survival-Kit für künftige Krisen


Als Gabriele Mraz vor etwa einem Jahr das Forschungsprojekt „Survival Kit @ Home“ zur Krisenvorsorge startete, war von Corona, Lockdown und Heimquarantäne noch keine Rede. Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich Mraz mit dem Risiko eines Ernstfalls, der das Leben komplett zum Stillstand bringen und Menschen in ihre eigenen vier Wände zwingen könnte – wie etwa ein Atomreaktorunfall oder ein großflächiger Blackout in den Stromnetzen.

Karin Krichmayr | DERSTANDARD

Foto: Picturedesk / Christian Ohde

Für den Ernstfall gewappnet sein oder ins Blaue hinein planen? Ein Forschungsprojekt eruiert Lücken in den Notfallplänen und schlägt kooperative Krisenbewältigungsmaßnahmen vor.

Dann kam Covid-19, und nicht nur die Hamsterkäufe zeigten, dass die wenigsten auf eine mehrtägige Krisensituation vorbereitet sind. „Doch leider ist eine Pandemie nur eine von mehreren möglichen Krisen, die uns treffen können.“

Für Mraz, die am Österreichischen Ökologie-Institut in Wien für den Bereich „Gesellschaft, Wissenschaft, Technologie“ zuständig ist, war die AKW-Katastrophe von Tschernobyl 1986 eine einschneidende Erfahrung, die sie wissenschaftlich wie privat nicht losließ. „Ich habe meine Freunde gefragt, ob sie auf einen derartigen Unfall vorbereitet wären, ob sie Kaliumjodtabletten zu Hause haben und die Fenster zukleben können. Bei dem Thema haben aber alle die Ohren zugeklappt“, sagt Mraz.

Um nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Behörden und soziale Organisationen besser für den Notfall zu wappnen, erarbeitet sie nun gemeinsam mit Projektpartnern Strategien, wie die Menschen möglichst sicher und stressfrei durch eine solche Krise kommen können. Unterstützt wird das Projekt „Survival Kit @ Home“ von der Förderagentur FFG und dem Femtech-Programm des Klimaschutz- und Innovationsministeriums.

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