Auch bei Affen reift Freundschaft im Alter


In der Jugend sind Partys mit möglichst vielen Freunden angesagt – mit zunehmenden Alter setzen Menschen dann hingegen meist eher auf Qualität statt Quantität. Diese Tendenz zu kleineren aber engeren Freundeskreisen haben Forscher nun auch bei alternden Schimpansenmännchen festgestellt. Die Beobachtung stellt damit einen bisherigen Erklärungsansatz des Phänomens infrage, der mit dem komplexen Zukunftsdenken des Menschen verbunden ist. Es zeichnet sich damit ab, dass das Reifen von Freundschafts-Systemen grundlegendere Ursachen hat, die auch bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich eine Rolle spielen.

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(Bild: Ronan Donovan)

Ähnlich wie ältere Menschen bevorzugen offenbar auch reifere Schimpansen eher kleinere, aber dafür hochwertigere Freundeskreise.

Der Begriff Freundschaft lässt sich gar nicht so einfach definieren. Grundlegend bezeichnet Freundschaft ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis, das mit Vertrauen und Hilfsbereitschaft verbunden ist. Menschen haben allerdings recht unterschiedliche Vorstellungen von diesem Konzept und die Merkmale ihrer freundschaftlichen Netzwerke unterscheiden sich deutlich. Wie Untersuchungen in verschiedenen Kulturen zeigen, spielt dabei auch das Alter eine Rolle. In der Jugend bauen Menschen demnach tendenziell größere, aber eher lockere Freundeskreise auf. Mit zunehmendem Alter wird das Netzwerk dann meist kleiner, aber dafür tiefgründiger: Menschen setzen mehr auf engere, positivere Beziehungen – sie wollen offenbar ihre Zeit bevorzugt mit „echten Freunden“ verbringen.

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