Frankreich schiebt muslimische Familie nach Bosnien ab


Eine bosnisch-muslimischen Familie in Frankreich misshandelte ihre Tochter schwer, weil sie mit einem christlichen Serben zusammenleben wollte. Jetzt muss die Familie das Land verlassen.

Michael Martens | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bild: EPA

In Bosnien-Herzegowina, hier die Hauptstadt Sarajewo, wird der Fall der aus Frankreich abgeschobenen Familie mit großem Interesse verfolgt.

Große Aufmerksamkeit erregt in Bosnien-Herzegowina derzeit der Fall der Abschiebung einer bosnisch-muslimischen Familie aus Frankreich, die ihre Tochter misshandelt hatte, weil sie mit einem christlichen Serben zusammenleben wollte. Die „Familie aus der Hölle“, wie bosnische Boulevardmedien sie nennen, kam am Samstag mit einem Sonderflug in Begleitung von französischen Polizisten in Sarajevo an, wie Bosniens Grenzpolizei bestätigte. Abgeschoben wurden die Eltern und drei Geschwister des Opfers. Die misshandelte Siebzehnjährige sei in Obhut der Sozialbehörden in Frankreich geblieben und solle als Volljährige eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten, berichteten bosnische Medien unter Berufung auf französische Quellen.

Der Fall hatte sich im August ereignet. Demnach soll die Familie der Siebzehnjährigen empört darüber gewesen sein, dass diese mit einem drei Jahre älteren Mann serbischer, christlich-orthodoxer Herkunft eine Beziehung eingegangen war und diesen offenbar heiraten wollte. Zur Strafe schlugen Familienmitglieder das Mädchen krankenhausreif und schoren ihr eine Glatze. Für dieses „inakzeptable Verhalten“ sei die 2017 nach Frankreich gekommene Familie nun des Landes verwiesen worden, berichteten bosnische Medien unter Verweis auf eine Stellungnahme des französischen Innenministers Gérald Darmanin.

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