Klimaveränderung war Hauptursache beim Aussterben von verwandten Arten des Menschen


Nach einer Studie ging dem Aussterben immer eine Klimaveränderung voran, nur Homo sapiens konnte im Unterschied etwa zu den Neantertalern den Klimawandel der Vergangenheit überleben

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Massensterben betraf nicht nur andere Lebewesen, sondern es sollen nach einer Studie auch verwandte Arten von Homo sapiens aufgrund von klimatischen Veränderungen durch den Wechsel von Warm- und Eiszeiten untergegangen sein. Die biblische Geschichte von Noah, der sich mit seiner Familie und vielen Tieren auf eine Arche vor dem Untergang rettete, damit die Sintflut überlebte und das Weiterleben der Menschheit und der Tiergattungen sicherte, könnte ein Hinweis auf oder ein Bild für die Geschichte sein, die italienische Wissenschaftler jetzt erzählen. Sie gehen davon aus, dass von den verschiedenen Arten des frühen Menschen nur Homo sapiens den Klimawandel überlebte, weil er in der Lage war, sich besser anzupassen, also nicht so stark von Bedingungen einer bestimmten ökologischen Nische abhängig war. Damit wollen die Wissenschaftler auch bestätigen, dass der von Menschen verursachte Klimawandel die Menschheit tatsächlich bedrohen kann.

Dabei geht es darum, inwieweit die frühen Menschen, die zwischen dem späten und warmen Pliozän und dem mit Eiszeiten einhergehenden Pleistozän lebten, sich an eine Klimaerwärmung oder eine Eiszeit anpassen konnten. Das hätten dann die Arten H. habilis, H. ergaster, H. erectus, H. heidelbergensis oder H. neanderthalensis nicht geschafft.

Die Wissenschaftler arbeiteten für ihre Studie, die in One Earth von Cell Press erschienen ist, mit einem Klimamodell, mit dem über die letzten 5 Millionen Jahre Klimadaten wie Temperatur oder Niederschlag mit einer Auflösung von tausend Jahren angegeben wird. Die Klimadaten verbanden sie mit archäologischen Funden über die Evolution der Menschen und ihrer jeweiligen ökologischen Nische, um zu sehen, welche klimatischen Vorlieben bestanden und wie die frühen Menschen auf den Klimawandel reagierten.

Wurde es den Neandertalern zu kalt?

Im Zentrum steht der Untergang der Neandertaler, die gleichzeitig mit dem Homo sapiens in Europa lebten und etwa 40.000 vor unserer Zeitrechnung ausstarben. Wahrscheinlich starben sie nicht nur wegen der Konkurrenz mit Homo sapiens aus, so die Wissenschaftler, sondern vor allem deswegen, weil sie sich dem klimatischen Wandel mit der Ankunft einer neuen Eiszeit nicht anpassen konnten – und dies trotz technischer Innovationen wie der Nutzung des Feuers, besseren Steinwerkzeugen und Speerspitzen, neuer Bekleidung, komplexeren sozialen Netzwerken und kulturellem und genetischem Austausch mit Homo sapiens.

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