Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit


Festtag des heiligen Papstes Johannes Pauls II.: „Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Denn bei den homosexuellen Handlungen bleibt die Weitergabe des Lebens […] beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen“.

Armin Schwibach | kath.net

 „Dass zwei Homosexuelle in einer Beziehung zusammenkommen, sät keinen Skandal. Es ist eine Beziehung der Liebe, der Freundschaft, der gegenseitigen Unterstützung, die nicht diskriminiert und noch weniger bestraft werden darf“: Marcello Pera, ehemaliger Präsident des Senats der italienischen Republik, ein Laie im Sinne „ein gegenüber der Kirche Außenstehender“, Philosoph und Intellektueller, der seit vielen Jahren im Dialog mit Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. steht, kommentierte in der Zeitung „Il Foglio“ die Worte von Papst Franziskus zu Homosexuellen, die in dem gestern, 21. Oktober, auf dem Filmfestival in Rom vorgestellten Dokumentarfilm „Franciso“ enthalten sind.

Die päpstlichen Äußerungen verursachten in ihrer Zweideutigkeit und „Klarheit“ in der Form eines „Lehramtes im Film“ eine weltweite Welle von Kommentaren – entrüstete Proteste auf der einen Seite, zuweilen nur höhnende Kommentare auf der anderen. So war es zum Beispiel die „New York Times“, die sofort auf ihrer Seite titulierte: „Breaking News: Pope Francis voiced support for civil union laws for same-sex couples yet on the issue and a break with the church doctrine“ – „Eilmeldung: Papst Franziskus sprach sich für zivile Partnerschaftsgesetze für gleichgeschlechtliche Paare aus, die sich in dieser Frage noch nicht durchgesetzt haben, und ein Bruch mit der kirchlichen Lehre“. Ein säkulares Medium also diagnostiziert einen „Bruch“ (ach was ist das Wort doch schlimm für alle Kontinuitätshermeneutiker!) in der Lehre der Kirche, verursacht durch die Haltung, die Worte, die in einem Interview geäußerte persönliche Meinung ihres obersten Hirten.

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