Ins Auge gegangen: Silvester ist der gefährlichste Tag im Jahr – für unsere Augen


Vom Squashball über Katzenkrallen bis zum Silvesterfeuerwerk reichen die Gefahren, die unseren Augen drohen. Viele solcher Verletzungen wären vermeidbar.

Ronald D. Gerste | Neue Zürcher Zeitung

Jeder Arzt hat Patienten, an die er sich ein Leben lang erinnert. Mir wird Kristin im Gedächtnis bleiben. Sie war ein keckes Mädchen von etwa vier Jahren, das an einem Samstagnachmittag mit seiner Mutter in die Notaufnahme der Augenklinik kam. Beim Spielen mit ihrem neuen Kätzchen hatte dieses Kristin mit der Pfote ins Auge gefasst, das nun schmerzte.

Als ich das Mädchen untersuchte, fand ich einen Riss der Bindehaut – nichts wirklich Schlimmes, eine kleine Naht genügt. Bei einem kleinen Kind wird dies in einer kurzen Narkose mit anschliessendem stationärem Aufenthalt über Nacht gemacht. Denn welche Vierjährige hält den Kopf still und das Auge weit auf, wenn sich zwei vermummte Männer in OP-Kleidung über sie beugen? Die Antwort: Kristin. Und so kam es, dass das kleine Mädchen nach Gabe von ein paar lokalanästhetischen Augentropfen unter einem grünen sterilen Tuch auf dem OP-Tisch lag und ein wenig ängstlich die Hand seiner Mutter hielt. Der «Eingriff» war in knapp fünf Minuten vorüber, Mutter und Kind konnten glücklich nach Hause.

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