Kirchenrechtler kritisiert Umgang mit Kölner Missbrauchs-Studie


Die monatelange Verzögerung der Veröffentlichung einer Missbrauchs-Studie im Erzbistum Köln sorgt für Kritik. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller spricht von einem „Trauerspiel“. Laut Erzbistum brauchen die Ergebnisse noch Zeit.

evangelisch.de

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller fordert vom Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, sich für eine baldige Veröffentlichung einer unabhängigen Studie zum Umgang der Bistumsleitung mit Missbrauchsfällen stark zu machen. Der Direktor des Instituts für Kanonisches Recht an der Uni Münster sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag), es sei ein „Trauerspiel“, dass die Studie immer noch nicht veröffentlicht wurde. Laut Erzbistum braucht es noch Zeit, bis rechtssichere Ergebnisse veröffentlicht werden können.

Schüller sagte, die kirchliche wie säkulare Öffentlichkeit im Erzbistum Köln, vor allem aber die Opfer sexueller Gewalt, hätten ein Recht zu erfahren, welche der Kölner Verantwortungsträgern wie mit den Anzeigen von sexuellem Missbrauch umgegangen sind. Eine Veröffentlichung müsse geschehen, „auch auf die Gefahr hin, dass die tatsächlichen oder vorgeschobenen persönlichkeitsrechtlichen Aspekte bei der Nennung von lebenden Verantwortlichen, die in den Berichten genannt werden, weitere Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen können“.

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