Der Bund der Steuerzahler spießt in seinem Schwarzbuch auf, was so alles schief läuft in Bund, Ländern und Kommunen – und nennt seine Liste „nur die Spitze des Eisbergs“.
Manfred Schäfers | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sieben hübsche Segelyachten für die Soldaten der Bundeswehr, ein überdimensioniertes Sitzobjekt am Mainufer für 80.000 Euro und ein Werbeturm, der mehr kostet als er einspielt. Das sind nur drei Beispiele aus dem aktuellen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, in dem dieser aufbereitet, was in dem deutschen Gemeinwesen so alles schief geht – aber gleichwohl von den Bürgern bezahlt werden muss.
Die Stadt Schortens im Landkreis Friesland plante den Angaben zufolge einen Werbeturm für 250.000 Euro, der sich durch Mieteinnahmen in zehn Jahren amortisieren sollte. „Doch es kam anders“, schreibt der Steuerzahlerbund lapidar. Schon nach wenigen Monaten habe sich herausgestellt, dass die Kosten aus Gründen der Statik auf 547.000 Euro steigen würden. Der Landkreis habe im Rahmen der Verbesserung der Wirtschaftsstruktur 92.900 Euro zugeschossen.