Künstlerischer Leiter der Berliner Ballettschule muss weiterbeschäftigt werden


Er stellte Schülerinnen nach, doch seine Kündigung war unwirksam. Formale Gründe entscheiden die Kündigungsschutzklage des künstlerischen Leiters der Berliner Ballettschule.

Fatina Keilani | DER TAGESSPIEGEL

Das Land Berlin ist verpflichtet, den künstlerischen Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin und Leiter des Landesjugendballetts, Gregor Seyffert, weiter zu beschäftigen. Das hat das Arbeitsgericht Berlin am Mittwoch entschieden. Die Senatsverwaltung für Bildung hatte dem Tänzer im Juni fristlos gekündigt, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und drastischer Erziehungsmethoden bekannt geworden waren. Sicherheitshalber wurde auch noch fristgerecht gekündigt. Es half alles nichts: Die fristlose Kündigung kam nicht schnell genug, und die ordentliche Kündigung ist nicht mehr möglich, da Seyffert schon länger als 15 Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt und über 40 Jahre alt ist. Er bezieht rund 7000 Euro brutto monatlich.

Die Bildungsverwaltung will den Mann loswerden

Ausgestanden ist die Sache damit vermutlich nicht. Die Senatsverwaltung will den Mann loswerden. Es erscheine kaum vorstellbar, wie er nach der Vorgeschichte an die Schule zurückkehren und dort wieder Ballettschülerinnen unterrichten könnte.

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