Attentäter von Dresden: BND leitete Hinweis nicht weiter


Ein ausländischer Geheimdienst hatte im August 2019 einen Hinweis auf den mutmaßlichen Attentäter von Dresden an den BND geschickt. Nach Recherchen von WDR, NDR und SZ blieb die Information aber liegen und wurde nicht nach Sachsen weitergeleitet. 

Florian Flade, Georg Mascolo | tagesschau.de

Messerangriff in Dresden am 5. Oktober 2020 – Spurensicherung am Tatort | Bildquelle: dpa

Deutsche Sicherheitsbehörden waren von einem ausländischen Geheimdienst vor dem mutmaßlichen Attentäter von Dresden gewarnt worden. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) im vergangenen Jahr einen Hinweis eines Partnerdienstes auf Abdullah al-H. H. erhalten – mit der Warnung, dass der junge Syrer möglicherweise in die Planung eines Terroranschlags verwickelt sei. 

Der BND soll die Informationen jedoch nicht an den Verfassungsschutz oder die sächsischen Landesbehörden weitergeleitet haben. Ein Versäumnis, das auch in der Bundesregierung als „Fehler“ betrachtet wird – auch wenn der besagte Hinweis für das tödliche Attentat Anfang Oktober keine Rolle spielte, weil der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt des Hinweises gerade in Haft saß.

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