Wirecard: Ex-Manager Marsalek war offenbar V-Mann beim Geheimdienst in Österreich


Der frühere Wirecard-Manager Marsalek war möglicherweise ein V-Mann des österreichischen Nachrichtendienstes.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Der frühere Vertriebsvorstand von Wirecard, Jan Marsalek. (BKA)

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dem Generalbundesanwalt lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass der österreichische Staatsangehörige Marsalek von einem Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Wien als Vertrauensperson geführt worden sei. Das gehe aus einer Antwort des Bundesjustizministeriums in Berlin auf eine schriftliche Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten De Masi hervor. Das österreichische Innenministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Die Zeitung schreibt weiter, einen V-Mann ohne das Wissen der deutschen Behörden in einem Dax-Unternehmen zu platzieren, wäre ein Affront und könnte die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten.

Marsalek ist seit Juni untergetaucht. Er soll gemeinsam mit dem früheren Wirecard-Chef Braun jahrelang die Bilanzen des Konzerns gefälscht haben.