Terror in Frankreich: Eine Art von Guantánamo


Nach dem jüngsten Anschlag in Nizza entbrennt eine Debatte über Migration und Bürgerrechte. Die Militärpräsenz wird verstärkt.

Rudolf Balmer | taz

Am Tag nach dem Attentat auf die Basilika Notre-Dame de l’Assomption in Nizza, bei dem zwei Menschen getötet und drei verletzt wurden, herrscht in Frankreich „höchste Alarmstufe“. Denn weitere Anschläge solcher Einzeltäter sind zu befürchten. Zwei Wochen zuvor hatte ein Tschetschene den Lehrer Samuel Paty, der Mohammed-Karikaturen im Unterricht behandelt hatte, enthauptet. Am 25. September hatte ein Pakistaner vor den früheren Büros der Satirezeitung Charlie Hebdo an der Rue Appert in Paris zwei Menschen mit einem Fleischerbeil schwer verletzt.

Bei dem Täter von Nizza handelt es sich um den 21-jährigen Tunesier Brahim A., der laut italienischen Behörden am 20. September mit ande­ren afrikanischen Geflüchteten auf der ­italienischen Insel Lampedusa angekommen und zwei ­Wochen später von den Behörden nach Bari weitergeschickt worden sei. Am Freitag bekannte sich eine tunesische Terrorgruppe namens „Die An­hän­ger von Mehdi“ zu dem Attentat. Offensichtlich war Brahim A. in ihrem Auftrag unterwegs.

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