Warum floss vatikanisches Geld nach Australien?


Einst war er einer der mächtigsten Männer im Vatikan. Dann musste sich Kardinal George Pell wegen Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat Australien vor Gericht verantworten. Nun fällt wieder anderes Licht auf die Vorgänge.

Michael Lenz | katholisch.de

Umgerechnet mindestens 700.000 Euro sind vom Vatikan nach Australien geflossen. Aber wofür? Zur Renovierung der Papstbotschaft in Canberra? Für die Suche oder eine Bestechung von Zeugen im Missbrauchsverfahren gegen den australischen Kardinal George Pell? Die Medienmaschinerie rattert – doch klarer ist die Angelegenheit dadurch noch nicht geworden. Pell war Anfang April vom Obersten Gerichtshof Australiens freigesprochen worden – nachdem er zunächst in zwei Instanzen verurteilt wurde und rund 400 Tage in Haft verbrachte.

Chrissie Foster gehört zu denen, die eine umfassende Aufklärung des Geldflusses verlangen. Ihre Töchter waren von einem Priester in Melbourne vergewaltigt worden. Foster will sich gar nicht an den Spekulationen über den Verwendungszweck des Geldes aus dem Vatikan beteiligen. Sie interessiert nur die Würde der Betroffenen, die in den vergangenen Jahrzehnten von Priestern sexuell missbraucht wurden. Allein schon das Gerücht, das Geld könnte rund um die Aussage von Zeugen eingesetzt worden sein, reiche aus, um die Glaubwürdigkeit aller Missbrauchsopfer zu unterminieren, findet sie.

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