Wie Taiwan es geschafft hat, 200 Tage ohne Corona-Fall zu bleiben

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Taiwan scheint die Corona-Pandemie seit Monaten völlig unter Kontrolle zu haben. Das hat vor allem mit drei Faktoren zu tun.

Christopher Stolz | DER TAGESSPIEGEL

Die Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, kann zufrieden sein mit dem Verlauf der Corona-Pandemie in ihrem Land.Foto: Ann Wang/Reuters

Am Ostersonntag, dem 12. April, verzeichneten die deutschen Gesundheitsbehörden fast 3000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das Land steckte im Lockdown, 125.000 Infektionen waren dem Robert Koch-Insitut (RKI) bis dahin bereits insgesamt gemeldet worden. Dieser Ostersonntag ist der Tag, an dem im Taiwan laut „CNN“ die letzte lokale Corona-Übertragung vermeldet wird.

Seitdem sind mehr als 200 Tage vergangen. Doch wie ist das möglich? Taiwan ist kein Zwergstaat, hat mit rund 23 Millionen sogar mehr Einwohner als Tschechien und Belgien zusammen. Und in diesen beiden Ländern sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen explodiert.

Die Gründe sind vielmehr auf die frühen Maßnahmen, die Erfahrung mit Pandemien und die geographischen Gegebenheiten zurückzuführen. Darüber hatte der Tagesspiegel bereits im März berichtet. Deshalb verzeichnete Taiwan bis zum Freitag „Our World in Data“ zufolge lediglich 554 Corona-Fälle überhaupt, nur 55 davon waren lokale Übertragungen innerhalb des Landes. In Tschechien und Belgien sind es derzeit kumuliert mehr als 30.000  – am Tag.

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