Die Kirchen sollten auf ihre Gottesdienste verzichten

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Ab Montag können Theater nicht mehr öffnen, Gottesdienste dürfen aber weiter stattfinden. Das ist für die Glaubwürdigkeit der Kirchen fatal. Ein Kommentar.

Christoph Stollowsky | DER TAGESSPIEGEL

Gottesdienste dürfen weiterhin stattfinden.Foto: Sebastian Gabsch PNN

„Lockdown light“, unsichere Zeiten. Das Virus kann jeden in einem unglücklichen Moment treffen, da nehmen selbst die Schutzengel Reißaus. Weiß der Himmel, warum in der Logik des Lockdown-Konzeptes dennoch ausgerechnet die Gottesdienste offenbar weiterhin eine sichere Bank bieten und stattfinden dürfen, während Theater, Kinos und viele andere Kulturorte schließen müssen. Warum soll es weniger gefährlich sein, sich durch Orgelklänge und eine Predigt inspirieren zu lassen als durch die Arie des Zarastro in Mozarts „Zauberflöte?  

Engagiert ausgearbeitete Hygienekonzepte, Desinfektionsspender, Trennscheiben, Abstandsstreifen,  all das gibt es hier wie dort. Manche Theater und Gotteshäuser haben sogar spezielle Umluftsysteme. Doch fragt man nach gravierenden Corona-Pannen in den vergangenen Monaten, so stehen die Kirchen gleichwohl ungünstigster da:  

Ende Mai dieses Jahres stieg die Zahl der Corona-Fälle im Umfeld einer Baptistengemeinde in Frankfurt a.M. auf 200. Zuvor hatten dort an einem Gottesdienst rund 180 Menschen teilgenommen. Eine ähnliche Massenansteckung ereignete sich im Juni in Stralsund nach einem katholischen Pfingstgottesdienst. 

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