Erdbeben in der Ägäis: Beton, löchrig wie ein Badeschwamm


Zwei Tage nach dem Erdbeben in der Ägäis mit mehr als 60 Toten, entflammt in der Türkei eine Diskussion über Baustandards.

Christiane Schlötzer | Süddeutsche Zeitung

Izmir, Türkei, 1. November 2020. (Foto: Murad Sezer/Reuters)

Aus der Luft hat man jetzt in den türkischen Nachrichtenkanälen immer wieder die Gebäude gesehen, von denen nur ein Schuttberg blieb, Betonplatte auf Betonplatte, aufeinandergelegt wie eine riesige Schichttorte. Und nur ein paar Meter daneben stehen Achtstöcker aufrecht, scheinbar unversehrt.

Als habe ihnen das schwere Erdbeben, das am vergangenen Freitag um 14.51 Uhr Ortszeit (12.51 Uhr MEZ) die türkische Ägäis-Stadt Izmir getroffen hat, gar nichts anhaben können. Deshalb fragen sie nun wieder in den Dauerfernsehdebatten, warum nur ist das so?

Es ist die Frage, die nach jedem schweren Erdbeben in der Türkei gestellt wird.

Und wieder antworten die Experten, was man schon so oft gehört hat: Es ist nicht verwunderlich, dass die Erde bebt, große Teile der Türkei sind geologisches Risikogebiet.

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