Corona-Leugner: Da braut sich was zusammen


Die Demonstrationen gegen die Corona-Politik werden zwar kleiner, der Ton aber immer aggressiver. Wie gefährlich können die Proteste noch werden?

Florian Flade, Georg Mascolo, Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

In der Nacht zum 25. Oktober warfen bisher Unbekannte Brandsätze gegen das Gebäude des Robert-Koch-Instituts in Berlin. (Foto: Annette Riedl/dpa)

Es sind klare Forderungen, die jemand auf einem A4-Zettel am Tatort hinterließ: die sofortige Einstellung aller Corona-Maßnahmen, der Rücktritt der Bundesregierung. Und, so wörtlich, „eine Live-Pressekonferenz ausgestrahlt durch alle TV-Sender und Neuwahlen“. An dem politischen Hintergrund der Tat sollte offenbar kein Zweifel bleiben, als am Sonntag vor einer Woche ein Sprengsatz in der Berliner Invalidenstraße explodierte. Zusammengebaut aus Spraydosen und Brandbeschleuniger. Ein Passant sah morgens um 9.30 Uhr, wie eine Stichflamme hochschlug – ganz in der Nähe der Uniklinik Charité.

Derzeit prüft das Berliner Landeskriminalamt, ob der Fall zusammenhängt mit einer anderen Attacke ebenfalls in Berlin vor wenigen Tagen. Nur wenige Stunden bevor der Sprengsatz in der Invalidenstraße explodierte, hatten Unbekannte bereits mehrere Molotov-Cocktails gegen die Fassade des Robert-Koch-Instituts geworfen. Ein Wachmann entdeckte den Brand um 2.40 Uhr, er löschte das Feuer, die Angreifer konnten entkommen.

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