Das Kreuz mit der Evolution


Schautafeln zur Evolutionsgeschichte haben in einem Dorf im Westerwald für viel böses Blut gesorgt. Dabei gibt es sie noch gar nicht. Und es wird sie wohl auch nicht geben, denn die Einwohner haben Plänen des Gemeinderats eine Absage erteilt.

Karsten Packeiser | evangelisch.de

Hellenhahn-Schellenberg im Westerwald ist vermutlich einer von ganz wenigen Orten im Land, in dem die Corona-Krise in den vergangenen Wochen nicht das allein bestimmende Thema war. Stattdessen stritten die Einwohner der 1.300-Seelen-Gemeinde leidenschaftlich über 20 Schautafeln, die in Dorfnähe aufgestellt werden sollten. Schließlich kippte ein Bürgerentscheid den bereits beschlossenen Aufbau eines Lehrpfades zur Evolutionsgeschichte, hinter dem die kirchenkritische Giordano-Bruno-Stiftung steht. Zurück bleibt eine zutiefst gespaltene Gemeinde.

Das mehrheitlich katholische Dorf im Norden von Rheinland-Pfalz ist spätestens seit einem Beitrag der NDR-Satiresendung „extra 3“ auch überregional bekannt. „Eine Idylle, entstanden aus Gottes Hand“, frotzelt ein Sprecher über Hellenhahn-Schellenberg. Die Sendung erweckt den Eindruck, ultrafromme Hinterwäldler würden sich im Westerwald gegen die Wissenschaft stemmen.

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