Jair Bolsonaros katastrophale Corona-Politik


Der brasilianische Präsident und sein großes Vorbild Donald Trump sind für zehntausende Tote verantwortlich, weil sie ein wirkungsloses Medikament angepriesen haben

Bert Eder | DERSTANDARD

Das Superspreader-Dinner in Mar-a-Lago. Foto: REUTERS/Tom Brenner

Am 7. März besuchte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seinen US-Amtskollegen Donald Trump in Mar-a-Lago. Geplante Reisen nach Italien, Polen und Ungarn hatte er auf Anraten seines Gesundheitsministers abgesagt, aber den medienwirksamen Auftritt bei seinem großen Vorbild wollte sich der Rechtspopulist nicht entgehen lassen.

Trump schenkte ihm eine Schachtel des Anti-Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin, wie er stolz berichtete. „Ab diesem Zeitpunkt“, erinnert sich Bolsonaros im April gefeuerter Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, „nahm er die Empfehlungen der Wissenschafter nicht mehr wirklich ernst.“

Bei der Rückkehr aus den USA wurden 22 Mitglieder der brasilianischen Delegation positiv getestet.

Im April warnte die US-Lebensmittelbehörde davor, das Medikament gegen Covid-19-Erkrankungen einzusetzen, einen Monat später verkündete Trump, dass Brasilien zwei Millionen Dosen des gegen das Coronavirus erwiesenermaßen wirkungslosen Medikaments erhalten solle.

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